Gegen Verführung

Laßt Euch nicht verführen!
Es gibt keine Wiederkehr.
Der Tag steht in den Türen,
ihr könnt schon Nachtwind spüren:
Es kommt kein Morgen mehr.

Laßt Euch nicht betrügen!
Das Leben wenig ist.
Schlürft es in vollen Zügen!
Es wird Euch nicht genügen,
wenn Ihr es lassen müßt!

Laßt Euch nicht vertrösten!
Ihr habt nicht zu viel Zeit!
Laßt Moder den Erlösten!
Das Leben ist am größten:
Es steht nicht mehr bereit.

Laßt Euch nicht verführen
Zu Fron und Ausgezehr!
Was kann Euch Angst noch rühren?
Ihr sterbt mit allen Tieren
und es kommt nichts nachher.

Bertolt Brecht

‚Die Tage‘ -Ein Gedicht?

Die Tage

von Anni Kloß*)

Die Politik wird nicht mehr gemacht,
sondern fortgesetzt. Das Unsoziale
ist alltäglich geworden. Der Experte
peppt die Großversager auf. Der Schwache
wird in die Gosse gedrückt.
Der Frack des Armen ist die Geduld,
die Beschwichtigung der Mindestlohn
und Almosen für die übrigen
ohne Hoffnung über dem Herzen.

Sie werden vergeben,
wenn nichts anderes mehr geht,
wenn Arbeit unsichtbar geworden ist
und der Schatten der Aussichtslosigkeit
den Himmel bedeckt.

Sie werden vergeben
für die Flucht von der Straße,
für die dumme Tapferkeit im Ertragen der Pein,
für den Verrat an den Aufmüpfigen
und die Nichtachtung
des Aufrufs zur Gegenwehr.

*) angeregt durch ein Gedicht von I. Bachmann

Rezensionen von Anni Kloß zu Büchern von Max Balladu.

Als enge Freundin des Autors, habe ich es bisher vermieden meine Rezensionen zu seinen Büchern, auf dieser Webseite zu veröffentlichen. Ich habe mir zwar Mühe gegeben, nüchtern und sachlich zu urteilen, aber meine Sympathie für den Autor und dessen Bücher, konnte ich natürlich nicht so einfach abstellen.

Nachdem wir uns nochmals beraten haben, kamen wir zu dem Schluss, dass es dennoch richtig ist, diese Rezensionen hier, auf separaten Seiten, zu veröffentlichen.

Anni Kloß

Vorstellung der Autorin der Rezensionen und Gedichte

Anni Kloß

Mein Name ist Kloß, Anni Kloß.
Bin nur eins Zweiundsechzig groß.
Verzichte auf jede Schlankheitskur.
Das führte zu etwas fülliger Figur.annikloss
Doch für die Formen ist das günstig.
Sagen die Augen der Männer inbrünstig.
Etwas im Wege ist mir mein Temperament.
Unbedacht sprudeln Worte, die der andere nicht kennt.
Man riet mir aufs Reden ganz zu verzichten.
Na gut, dachte ich, fängst du eben an zu dichten.
Vor allem Verse sind’s die ich nun mache,
denn Reimen ist einfach und kommt schnell zur Sache.
Du stichst damit ins Wespennest bei den einen
Und bringst doch die anderen zum Lachen oder Weinen.
Fünf Männer gehören zu meinem Leben.
Von wegen es sollte nur einen geben.
Von der Sorte gab es sogar noch mehr.
Nur von den fünf geb ich keinen her.
Wellen rollen mit Getöse an den Strand.
Jahraus, jahrein bewegen sie den Sand.
Das Haar ist schon grau? – Grau.
Wie alt ist wohl die Frau?

Balladus neues Buch ‚Ein Mensch 08-15?‘ Die Biografie eines Ingeniörs

Mit seinem 8. Buch veröffentlicht Max Balladu die Biografie eines Ingeniörs unter dem Titel:

‚Ein Mensch 08-15?‘

 und dem Untertitel:

Kriegskind – DDR-Mensch – Weltbürger – BRD-Frührentner

cover-buch8-bild

Wie bereits bei den vorherigen Romanen stellt der Autor das neue Buch in zwei

öffentlichen Buchlesungen vor:

  1. Termin:  Mittwoch der  7. 11. 2018 um 19:00 Uhr
  2. Termin:  Donnerstag der  15. 11. 2018 um 19:00 Uhr

Beide Veranstaltungen finden traditionsgemäß in der

Gasstätte ‚Zur Alten Scheune‘ in Bennstedtstatt.

Inhalt der Lesung:

  1. Hinweise zum neuen Buch und dessen Inhalt
  2. Lesung Kap. 3 Communio, Kindheit Teil 1 oder Teil 2
  3. Lesung Kap 7 Theorie und Praxis, Student
  4. Lesung Kap 7 Theorie und Praxis, Assistent
  5. Lesung Kap 11 Das Weib und der Ingenieur
  6. Lesung Kap 14 Tote brauchen keinen Himmel, Rentner Prost als Patient in einer Klinik in Halle,

Anschließend Buchverkauf mit und ohne Signierung:

Das neue Buch:

‚Ein Mensch 08-15?  kostet  16,99 €

Was mir gefällt – 2

Siebentes Lied des Glücksgotts

Lieder aus ‚Die Reisen des Glücksgotts‘

Von Bertolt Brecht

Freunde, wenn ihr euch mir verschreibt
Und das könnte sich lohnen
Wißt, daß ihr dann nicht geduldet bleibt
Mehr in den höheren Regionen!

Wenn die Götter von Ruf und Stand
Haben auf alle Fälle
Mich kleinen dicken endgültig verbannt
In die Schweineställe.

Und noch kein Pfäfflein mit Selbstrespekt
Hat mich je seinen Kunden empfohlen
Wer sich nur einmal wollüstig streckt
Wird sofort zur Beichte befohlen.

Wer meiner Weine gedenkend schmatzt
Wer zum Bett ein Polster fordert
Wer an bestimmten Stellen sich kratzt
Wird aus der Stube der Guten beordert.

Wen ein gelungener Hintern entzückt
Was sind dem die frühesten Metten?
Wer sich so tief zum Irdischen bückt
Der ist schon nicht mehr zu retten.

Und ein Stück Fleisch und Dach überm Kopf
Ist der Mensch etwa dazu geboren?
Gutes Leben? Dem niedrigen Tropf
Wird vom Himmel Rache geschworen.

Schon ein Lächeln kann mißliebig sein
Ein Gelächter ist immer verdächtig!
Wer nicht nach Sternen langt, ist ein Schwein
Wer da lacht, der ist niederträchtig.

Ich bin der Gott der Niedrigkeit
Der Gaumen und der Hoden
Denn das Glück liegt nun einmal, tut mir leid
Ziemlich niedrig am Boden.

Geschrieben 1941-1947