Philosophie?

Meine Philosophie oder wie Max Balladu tickt!

Goethe lässt Mephisto im 1. Teil seines Fausts sagen:

Philosophie?
Philosophie?

„Ich bin der Geist der stets verneint!

Und das mit Recht; denn alles, was entsteht,

Ist wert, dass es zugrunde geht;

Drum besser wär’s, dass nichts entstünde.

So ist denn alles, was ihr Sünde,

Zerstörung, kurz das Böse nennt,

Mein eigentliches Element.“

Vielleicht kann man seine eigene Philosophie, seine Weltanschauung, oder, anders ausgedrückt, das eigene Verständnis vom Leben des Menschen, am besten zum Ausdruck bringen, wenn man versucht, für sich selbst den Sinn des Lebens zu formulieren.

Dafür scheint es mir eine Grundvoraussetzung zu sein, dass man eine klare Vorstellung von Freiheit hat, die nicht ohne Einsicht in Notwendigkeiten auskommt, die aber gewährleistet, dass der Mensch den Sinn seines Lebens selbst  zu wählen in der Lage ist.

Ich denke, dass dafür einige Grundbedürfnisse durch den Staat, erfüllt sein müssen:

  • genug zu essen und zu trinken,
  • gesicherte Gesundheit,
  • Schutz vor Schmerz, Angst und Gewalt

Dann würde ich aus meiner Sicht den Sinn des Lebens so darstellen:

  1. Sinn: Fortschreitende persönliche Entwicklung einschließlich Partnerschaft sowie das Streben nach ständiger Erweiterung der Erkenntnis und der Weitergabe von Wissen und Fähigkeiten an andere.
  2. Sinn: Fortpflanzung, Kindererziehung
  3. Sinn: Gelebte Mitmenschlichkeit im sozialen oder politischen Engagement.
  4. Sinn: Ziel ist es die stetige positive Entwicklung hin zu einer friedlichen Welt für alle Menschen zu fördern.

Für falschen Sinn des Lebens halte ich das Streben nach absoluter, unkontrollierter Macht, nach immer mehr Besitz und materiellen Reichtümern ohne Rücksicht auf Verluste, das Streben nach egoistischen Superlativen, …

„Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben – aber es hat nur ganz genau so viel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind.“  Hermann Hesse (1877-1963)

Bemerkungen zur gegenwärtigen politischen Situation:

 Fast alle Parteien in den westlichen Demokratien sind ganz auf die Erhaltung des kapitalistischen Herrschaftssystems, in dem der Profit an erster Stelle steht, ausgerichtet. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer.

Die einzige Partei, die sich in den Parlamenten gegen diese Politik stemmt, ist die Linke, die deswegen von allen anderen Parteien, einschließlich der Massenmedien, bekämpft wird. Zudem ist die linke gesellschaftliche Szene total zersplittert und bekämpft sich teilweise gegenseitig, wodurch die politische Wirkung eher negativ wirkt, aber zumindest neutralisiert wird. Außerdem hat Die Linke in ihren eigenen Reihen mit Überbleibseln diktatorischen Gedankengutes zu kämpfen, und ist deshalb nicht in der Lage, einen breiten Widerstand gegen die Großkopferten zu organisieren.

Vielleicht sollte man eine neue  Organisation – keine Partei – ins Leben rufen, die sich als einziges Ziel setzt, alle demokratischen, mit linken Auffassungen sympathisierenden Kräfte zusammenzufassen, damit auf diese Art und Weise die politische Situation in diesem Land wieder etwas offener gestaltet werden könnte. Die Menschen, die derzeit an den Schalthebeln der Macht sitzen, lösen den Konflikt nicht, sondern sie vertiefen ihn. Ohne gravierende demokratische Veränderungen im politischen System vergrößert sich die Gefahr zunehmend, dass die rechten Kräfte, z. B. über Pegida, auf breiter Ebene Fuß fassen und dann ist es nur ein kleiner Schritt zu einer neuen rechtsradikalen Diktatur.

Die neue Organisation sollte ein viel breiteres Feld umfassen, als das eine einzelne demokratische Partei heutzutage kann. Sie muss für viel mehr Menschen ein ideologisches Zuhause sein können. So ähnlich wie die Kirche mit einfacherer und demokratischer Struktur, aber eben ohne die Rituale, die Gottgläubigkeit, ohne Supermann Papst mit seiner Gefolgschaft wie Kardinälen und Bischöfen und nur der Bibel als dem Nonplusultra. Doch die große Ebene der Pfarrer und Priester, die sich wirklich um die Belange der Menschen kümmern, wäre doch goldrichtig?

Oder man könnte auch sagen, so ähnlich, wie das Leben in der DDR war, aber eben ohne Diktatur einer Partei oder von sonst irgendwem, ohne Einschränkungen der Freiheit, ohne Superbonzen und deren Handlager, aber mit der großen Ebene der kleinen, ehrlichen ‚Parteisekretäre’, vergleichbar mit den oben genannten Priestern, die sich auch um den einzelnen Menschen kümmerten.

Daraus ergibt sich schon, dass es für Menschen, die gläubig sind, kein Hinderungsgrund sein muss, auch zu dieser demokratischen Organisation zu gehören. Und genauso sollten Menschen anderer Parteien hier teilhaben können, wenn sie sich zu den wichtigsten Grundprinzipien bekennen können.

In erster Linie sollte diese Organisation das Fundament bilden auf dem auch eigene Medien mit Webseiten im Internet, Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen aufgebaut werden, die den hypnosehaften Masseneinfluss der derzeitigen Medien einschränken könnten.

In den bürgerlichen Demokratien existieren drei traditionelle Gewalten: die Legislative (gesetzgebende Gewalt), die Judikative (Rechtsprechung) und die Exekutive (ausführende Gewalt). Anfang des 20. Jahrhunderts kam die liberale Presse als sozusagen vierte Kraft dazu. Diese Presse solle ein Gegengewicht darstellen, das Fehlentwicklungen der Demokratie anprangern konnte. Das funktioniert auch über viele Jahre, ist aber heute nicht mehr der Fall. Deshalb braucht man sozusagen eine ‚fünfte Gewalt’, die auch schon von vielen anderen gefordert wird.

Die bürgerliche Demokratie ist eine Errungenschaft der Menschen, die aus Kriegen, Revolutionen und Klassenkämpfen hervor gegangen ist und von einer breiten Bevölkerungsgruppe – Arbeitern, Angestellten, Handwerkern und Kleinindustriellen bis hin zu fortschrittlichen kapitalistischen Unternehmern – akzeptiert und getragen wird.

Sie gilt es gegen alle reaktionären Kräfte zu schützen.

Leidenschaftlichere Menschen werden fragen:

Aber wo bleibt die Revolution?

Gibt es dann keine mehr?

Das alles ist heutzutage immer und ausschließlich ein internationales Problem, was die Entwicklung im arabischen Raum und in Afrika zeigt. Revolutionen, Aufruhr, Terror, Krieg wird es weiter geben, wenn es keine Organisation schafft für die Menschen in jedem Fleckchen der Welt vernünftige Lebensbedingungen zu schaffen.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland sind bereits alle wichtigen Kriterien für eine funktionierende Demokratie aufgeschrieben, leide haben das scheinbar alle Politiker vergessen, denn es hält sich niemand daran und auch die Massenmedien haben daran nichts auszusetzen.

Also erinnern wir uns:

  1. Es ist unwichtig, ob jemand an Gott glaubt oder nicht.
  2. Es ist unwichtig, ob jemand homo- oder heterosexuell ist.
  3. Es ist unwichtig, ob jemand Jude, Deutscher, Weißer oder Schwarzer ist.

Aber:

  1. Es ist wichtig gegen Krieg zu sein. – Wir suchen und beseitigen die Ursachen!
  2. Es ist wichtig gegen den Terror zu sein. – Wir suchen und beseitigen die Ursachen!
  3. Es ist wichtig für soziale Gerechtigkeit zu sein und diese auch durchzusetzen.

 

Weitere Prinzipien müssen sein:

  1. Verzicht auf die Todesstrafe.
  2. Keine Gewalt, also braucht man auch keine Rüstungsproduktion; aber wir organisieren unsere Selbstverteidigung.
  3. Garantie für persönliche Freiheit. Dazu gehört:
  • * Religionsfreiheit
  • * Meinungsfreiheit
  • * Pressefreiheit
  • * keine Zensur
  • * Versammlungsfreiheit
  • * Vereinigungsfreiheit
  • * u. a. m.
  1. Zu soziale Gerechtigkeit schaffen gehört:
  • * Kostenlose medizinische Betreuung
  • * Kostenlose Kinderbetreuung in Kindergarten und Hort
  • * Kostenlose Schul- Universitäts- und Berufsausbildung
  • * Kostenlose Rechtsbetreuung
  • * Recht auf Arbeit

 

Mit diesen Gedanken will ich vor allen Dingen meine persönliche politische Meinung zum Ausdruck bringen, denn um eine solche Organisation ins Leben zu rufen, bin ich ein viel zu kleines Licht. Allerdings würde ich mich sofort in einer solchen Gemeinschaft engagieren.

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