Balladus neuestes Buch ‚Lose Blätter‘

Hallo liebe Lesefreunde! 

Mit dem 9. Buch veröffentlicht Max Balladu als Herausgeber eine Anthologie unter dem Titel: 

‚Lose Blätter‘ 

eine Blütenlese mit Erzählungen und Gedichten von: 

EWa, Jörg Körner, Anni Kloß, Mimi H, Heiz Schubert, Helene Paetz und Max Balladucover-buch9-lose-blaetter-rev3

 Wie bereits bei den vorherigen Lesungen stellt in diesem Falle der Herausgeber das neue Buch in zwei öffentlichen Buchlesungen vor: Lesung-buch9

Inhalt:

  1. Lesung ‚Aller Anfang ist schwer‘

Gedicht A. Kloß ‚Revolution auf ostdeutsch‘

  1. Lesung Ewa ‚Weggefährten (1)‘

Gedicht Helene Paetz ‚Trag dein Leid‘

  1. Lesung Körner ‚Sittenstrolch‘ 

Gedicht Mimi H Der Zukunftsträger

  1. Lesung Balladu ‚Kreis‘ (oder Altersheim)

Gedicht Kloß ‚Schweigen‘ (oder Schubert Herbstlied)

 

Es können auch Bücher von Balladu erworben werden.

 

 

 

Balladus neues Buch ‚Ein Mensch 08-15?‘ Die Biografie eines Ingeniörs

Mit seinem 8. Buch veröffentlicht Max Balladu die Biografie eines Ingeniörs unter dem Titel:

‚Ein Mensch 08-15?‘

 und dem Untertitel:

Kriegskind – DDR-Mensch – Weltbürger – BRD-Frührentner

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Wie bereits bei den vorherigen Romanen stellt der Autor das neue Buch in zwei

öffentlichen Buchlesungen vor:

  1. Termin:  Mittwoch der  7. 11. 2018 um 19:00 Uhr
  2. Termin:  Donnerstag der  15. 11. 2018 um 19:00 Uhr

Beide Veranstaltungen finden traditionsgemäß in der

Gasstätte ‚Zur Alten Scheune‘ in Bennstedtstatt.

Inhalt der Lesung:

  1. Hinweise zum neuen Buch und dessen Inhalt
  2. Lesung Kap. 3 Communio, Kindheit Teil 1 oder Teil 2
  3. Lesung Kap 7 Theorie und Praxis, Student
  4. Lesung Kap 7 Theorie und Praxis, Assistent
  5. Lesung Kap 11 Das Weib und der Ingenieur
  6. Lesung Kap 14 Tote brauchen keinen Himmel, Rentner Prost als Patient in einer Klinik in Halle,

Anschließend Buchverkauf mit und ohne Signierung:

Das neue Buch:

‚Ein Mensch 08-15?  kostet  16,99 €

Buchtipp 67: Thees Uhlmann, ‚Sophia, der Tod und ich‘

Rezension

zum 2015 erschienenen Roman von Thees Uhlmann, ‚Sophia, der Tod und ich‘

Inhalt:

Vor der Tür des Erzählers steht ein Mann, der ihm ähnlichsieht und behauptet, er sei der Tod und wolle ihn mitnehmen. Er habe noch ungefähr drei Minuten zu leben. Da dessen Exfreundin dazwischen kommt, beginnt ein spektakulärer Roadtrip. Gemeinsam mit seiner Exfreundin Sophia und dem Tod macht sich der Erzähler auf den Weg zu seiner Mutter und zu seinem sieben Jahre alten Sohn, den er seit Ewigkeiten nicht gesehen hat, dem er aber Tag für Tag eine Postkarte schreibt.

Autor:

Thees Uhlmann, geboren 1974 in Hemmoor bei Cuxhaven, ist Musiker und Autor. Mit seiner Band Tomte und als Solokünstler feiert er große Erfolge, sein neues Album erscheint im Januar 2018. ‚Sophia, der Tod und ich‘ ist sein erster Roman. Uhlmanns Debüt begeisterte Kritik und Publikum, wurde fürs Theater adaptiert, ins Niederländische und Französische übersetzt und wird demnächst fürs Kino verfilmt. Thees Uhlmann arbeitet an seinem zweiten Roman.

Kritik: Ein Gespräch mit dem Tod als humorvoll-nachdenkliche Anregung.

Ein Buch, das mich nach langer Zeit, wieder fesseln konnte.

Ich hätte gern noch weitergelesen, aber leider hat das Buch nur 318 Seiten. Klug vom Autor, nicht in Schwafelei zu verfallen.

Das Buch regte mich zu individuellen Gedanken an, nicht ohne Freude und Lust, sogar über den eigenen Tod nachzudenken.

Die Mehrzahl der handelnden Personen haben einen guten, menschlichen Charakter. Sogar der Tod ist sympathisch. Das finde ich auch richtig, denn er gehört eben zum Leben dazu, auch wenn er es beendet.

Wilhelm Busch sagt dazu: ‚Kein Leugnen hilft, kein Widerstreben, wir müssen sterben, weil wir leben.‘

Ich kann und will über die Story auch nicht lange lamentieren, es ist einfach ein gutes Buch, das man lesen und genießen sollte.

Bewertung:

  1. Inhalt, Story (Faktor 1): Der Tod begleitet ungewollt, sein Opfer durch dessen letzte Lebensstationen.

Bewertung: 4

  1. Der Sachverhalt (Faktor 1): Nur der Tod ist fiktiv, fast alles andere reale Handlung.

Bewertung: 4

  1. Der Stil (Faktor 1) unterscheidet sich nur unwesentlich von dem, anderer Romane, das Buch ist spannend und läßt sich gut lesen.

Bewertung: 4

  1. Recherchen (Faktor 0,5): sind nicht maßgebend, aber okay.

Bewertung: 3

  1. Die Handlungsorte (Faktor 0,5) sind ausreichend glaubhaft beschrieben.

Bewertung: 3

  1. Kritische Aspekte zur existierenden Realität, zur Politik, zum Leben der Menschen und Hinweise zum Bessermachen (Faktor 1): Regt Eltern zum Nachdenken über ihre Haltung zu Kindern an und den einzelnen Menschen dazu, über sein Leben und Sterben nachzudenken.

Bewertung: 4

Summe der Bewertung: 4

 

De omnibus dubitare.

Nachfolgendes ist ein Auszug aus Balladus 2. der Messwartengeschichten mit dem Titel ‚Alltagswahnsinn.‘

Kapitel: 36 – De omnibus dubitare

Es war am 25. Mai 1995, als ich folgenden Anruf erhielt.

„Warum haltet ihr die TRK-Werte für V in eurem Labor nicht ein?“

Prost dachte bei diesen Worten aus dem Mund von Dr. Fleischmann, dass er sich verhört haben müsste. Wechselte den Telefonhörer von der linken in die rechte Hand und fragte verständnislos, „was meinst du damit ‚ihr haltet die TRK-Werte nicht ein’, Jürgen?“

Es folgte eine kurze Pause. Dann sagte der gegenwärtige Leiter der PLAST-Anlage, „stimmt das denn nicht? Gerade hat mir Löwe gesagt, dass er von Büttelfor persönlich diese Information bekommen habe.“

„Entschuldige Jürgen, aber ich muss dich noch einmal fragen, welche Information hat Löwe bekommen?“

Wieder herrschte eine kurze Pause.

„Ihr arbeitet in eurem Labor doch mit V?“

„Na klar! Das weißt du doch. Schließlich machen wir auch V-Analysen für euch.“

„Gut, gut, Thomas, aber was macht ihr denn mit dem V, nachdem die Analysen durchgeführt worden sind? Offensichtlich gibt es da doch Emissionen und die führen zu Überschreitungen der Grenzwerte im Labor.“

„Jetzt rieche ich langsam den Braten. Es geht um Emissionsüberschreitungen im Labor.“

Fleischmann räusperte sich. „Also doch. Die Information stimmt demnach?“

„Ja. Die Information stimmt. Wir überschreiten die TRK-Werte für V im Labor, weil unsere Abzüge nicht mehr richtig arbeiten, beziehungsweise die Gebläse zu klein ausgelegt …“

„Und warum tut ihr nichts dagegen?!“, unterbrach Fleischmann zornig.

„Nun halt aber mal die Luft an, Jürgen! Wieso spielst du dich eigentlich so auf? Schon, dass Löwe über dich diese Kritik an mich weitergibt, ärgert mich, aber geradezu wütend macht mich, dass der erste Mann von Büttelfor, der Dr. Barmer, die Schuld daran trägt, dass wir noch keine neuen Abzüge haben.“ Prost schwieg einen Moment, atmete tief durch, und als sein Gesprächspartner ebenfalls schwieg, wahrscheinlich hatte es ihm die Sprache verschlagen, fuhr er fort, „und damit du gleich Bescheid weißt. Das habe ich schriftlich.“

Fleischmann war im Jahr 1995 an die Stelle von Direktor Tiefsee getreten, aber ohne dessen Funktion zu übernehmen. Er war Leiter der PLAST-Anlage und sollte, quasi als Obmann, im Auftrag von Löwe, der von der OPA kam und gerade dabei war sich in LUNA zu akklimatisieren, auch für B und V wirken.

Der Norddeutsche Büttelfor, etwa 10 Jahre älter als Prost, war von der OPA als Sicherheitschef in LUNA eingesetzt worden. Weil die Sicherheitsabteilung noch über viel Personal verfügte, obwohl seit der Wende auch in diesem Bereich Arbeitskräfte abgebaut worden waren, gab es immer noch genug Mitarbeiter, die für ihn die Arbeit machen konnten und er hatte Zeit zum Philosophieren. Ab und zu legten ihm seine Inspektoren Ergebnisse ihrer Kontrollen vor und dann wurde der Sicherheitschef aktiv. Wie in diesem Falle mit den Protokollen der TRK-Überschreitungen im V-Labor. Büttelfor genoss es, seinem wesentlich jüngeren OPA-Kollegen Löwe, einen Schuss vor den Bug zu setzen und sich selbst als den Schutzengel aller LUNA-Kollegen feiern zu lassen. Er ahnte nicht, dass der Schuss heute, nach hinten losgehen würde.

„Weißt du was, Jürgen. Ich rufe jetzt sofort den Büttel an. Oder besser noch, ich fahre gleich zu ihm vor und knalle ihm den Brief auf den Tisch, in dem Dr. Barmer das Geld für die Beschaffung der neuen Abzüge ablehnt.“

Prost hörte ein lautes Schnaufen auf der anderen Seite des Telefons und kurz darauf Fleischmanns erregte Stimme, „bist du verrückt geworden, Thomas! Das machst du nicht!“

Prost lachte grob. „Und ob ich das mache! Diesen OPA-Großklappen würde ich am liebsten eins auf die Schnauze hauen. Aber mach dir keine Sorgen, dich halte ich da natürlich raus und Tschüss.“

Prost legte auf.

Nach dem Brief musste er nicht lange suchen.

Er überflog ihn noch einmal.

 

  1. 5. 1994

Sehr geehrter Herr Dr. Prost!

 

Wir danken Ihnen für ihr Schreiben vom 21. Januar 1994.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr Antrag bezüglich der Genehmigung von finanziellen Mitteln zur Beschaffung neuer Gebläse für die Abzüge im V-Labor abgelehnt werden muss.

Die Überschreitung der Werte betrifft nur wenige Personen. Diese können ihre Arbeit unter Atemschutzmasken ausführen.

Wie ich mich überzeugen konnte, erhalten ihre Laborantinnen alle einen Zuschlag für Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Stoffen.

Außerdem sind die Überschreitungen relativ gering, sodass kaum eine Gefährdung besteht.

Die schwierige finanzielle Situation des Unternehmens verlangt von uns, die zur Verfügung stehenden Mittel an Schwerpunkten einzusetzen. Ich bitte sie dafür um Verständnis.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Wolfgang Barmer

Leiter der Sicherheitsabteilung

 

„Du sollst mich kennenlernen, Büttelfür, oder wie du auch heißen magst“, murmelte Prost und klatschte in die Hände. Aber nur wenig später stutze er, weil ihm klar wurde, dass er diesen Mann doch noch gar nicht kannte.

‚Das ist nicht klug, Prost’, dachte er und überlegte.

Dann griff er zum Telefon und wählte Löwes Telefonnummer.

„Tut, tut, tut.“

Der Anschluss war besetzt. Prost wartete nicht lange, wählte noch einmal, der Ruf ging raus und schon meldete sich Löwe.

„Komm her, Thomas, ich weiß schon Bescheid“, tönte es aus dem Hörer.

Prost war nur kurz perplex. „Bin schon unterwegs.“

Fleischmann hatte durch Prosts Ankündigung einen Heidenschreck bekommen und daraufhin sofort Löwe angerufen. ‚Deshalb war da also besetzt’, dachte Prost, schnappte seinen Brief und machte sich auf den Weg.

Die Sekretärin Ute Messing winkte Prost nur kurz zu, zeigte auf die offene Tür zu Löwes Büro, der Mann stürmte hinein und knallte seinem Chef den Brief auf den Tisch. Der freute sich über das Temperament seines Mitarbeiters, nahm das Papier und zeigte auf einen Stuhl vor seinem Schreibtisch. In fünf Sekunden hatte er das Schreiben überflogen und sah grinsend zu Prost. „Da hat sich der große Philosoph Büttelfor wohl einen Bären aufbinden lassen, was?“

„Oder einen Zarathustra“, schlug Prost vor.

Löwe lachte laut. „Das ist gut. Da hat ihm sein Zarathustra einen Bumerang ins Ohr geflüstert.“

Immer noch lachend griff Löwe zum Telefon, wählte eine Nummer, wartete und meldete sich. „Löwe, du hast mich gestern angezählt, Heimeram, weil im V-Labor die TRK-Werte überschritten werden …“

Löwe schwieg einen Moment, scheinbar hatte ihn sein Gesprächspartner unterbrochen.

„Sachte, sachte Heimeram, weißt du eigentlich auch, dass du Schuld daran hast?“

Löwe sah zu Prost, hielt die Sprechmuschel zu und sagte, „noch lacht er.“

Dann sprach er ins Telefon, „wer hat dir denn die TRK-Liste vorgelegt?“

Löwe lauschte. „So, so. Dann höre mal gut zu. Ich zitiere aus einem Schreiben, das dein Dr. Barmer vor einem Jahr an Prost geschickt hat: ‚… die Genehmigung von finanziellen Mitteln zur Beschaffung neuer Gebläse für das V-Labor abgelehnt werden muss.’ Als Begründung schreibt er unter anderem: ‚… Außerdem sind die Überschreitungen relativ gering, sodass kaum eine Gefährdung besteht’. Heimeram, wenn du mit mir über den Begriff Wahrheit philosophieren willst, dann lass uns doch einfach mal zusammen schön essen gehen. Dazu musst du doch nicht meine Leute mit Beschuldigungen belasten, deren Ursache deine Leute gelegt haben.“

Wieder hielt Löwe die Hand auf das Mikrofon und sah zu Prost. „Jetzt herrscht großes Schweigen. Das will bei Büttelfor einiges bedeuten.“

Er hörte wieder ins Telefon. „Gut, das werde ich ihm ausrichten.“

Löwe wandte sich Prost zu und sagte, ohne das Mikrofon abzuschirmen, „du sollst um 14 Uhr zu Büttelfor kommen, wenn deine Zeit es erlaubt. Erlaubt sie es?“

Prost nickte und Löwe sprach wieder in den Hörer, „er hat genickt, aber er sieht immer noch sehr grimmig aus.“

Lachend legte Löwe den Telefonhörer zurück auf die Gabel.

„Na dann. Kann ich den Brief behalten?“

„Na klar, ich habe noch das Original. Machs gut, Willi.“

Prost verließ Löwes Büro. Jetzt ging er noch kurz auf Ute Messing zu und wechselte ein paar Worte mit ihr.

Pünktlich um 14 Uhr meldete sich Prost bei Büttelfors Sekretärin, die sofort ihren Chef verständigte. Nur Sekunden später sprang die Seitentür auf und ein kleiner, relativ schlanker älterer Herr mit ein wenig geröteten Wangen betrat das Sekretariat und ging auf den Anlagenleiter zu.

„Herr Dr. Prost, das ist aber schön, dass sie sich so schnell Zeit nehmen konnten meiner Einladung Folge zu leisten. Bitte kommen sie doch weiter.“ Er drückte seinem Besucher die Hand und zeigte dann zur Tür, die zu seinem Büro führte.

Prost nahm nach der Begrüßung seinen Helm ab, betrat das große, aber schlichte Zimmer. An den mächtigen Schreibtisch, der quer zu den beiden Fenstern des Raumes stand, schloss sich ein Konferenztisch mit zehn Stühlen an.

Zu diesem Tisch zeigte Büttelfor. „Bitte nehmen sie doch Platz.“

Prost zog den erstbesten Stuhl aus der Reihe heraus, legte seinen Helm auf den Tisch und setzte sich.

Der Sicherheitschef nahm ihm gegenüber Platz.

Büttelfor versuchte in Prosts Gesicht zu lesen und begann langsam zu sprechen, „sie stehen ja jetzt vor großen Ereignissen. Das wird sie viel Kraft kosten.“

„Deshalb haben sie mir wohl vors Schienbein getreten? Kleiner Härtetest, was?“

Büttelfor lachte freundlich und verständnisvoll. „Ich habe auch als Betriebsleiter gearbeitet. Ich weiß, wovon ich rede.“

„Umso mehr wundere ich mich über ihre Aktion gegen das Personal unserer Anlage und damit natürlich auch gegen meine Person. Das kostet mich zusätzlich Nerven und Kraft. Worin liegt dann ihr Verständnis?“

Büttelfor, der zwischendurch ein ernstes Gesicht gemacht hatte, antwortete wieder lächelnd, „‚in Deutschland ist die höchste Form der Anerkennung der Neid’ (43).“

„Da könnte Schopenhauer recht haben, aber es heißt auch: ‚Gott ist widerlegt, der Teufel nicht’ (44).“

„Ein Ostdeutscher, der Schopenhauer und Nietzsche kennt? Erstaunlich.“

„Die Wende liegt bereits fünf Jahre zurück und mit Philosophie haben wir uns auch zu DDR Zeiten beschäftigt. Vielleicht sogar mit für den Menschen wichtigeren Themen?“

„‚Ein Gespenst geht um in Europa …‘ (45). Aber ist das nicht zu einseitig? Nur mit Marx, Engels – und Lenin?“

„Es geht gleich im ersten Kapitel des Manifestes weiter: ‚Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen’ (46). Ist das einseitig im Sinne von falsch? Goethe hat das für das Leben des Einzelnen doch so ähnlich formuliert: ‚Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss’ (47).“

Büttelfor wiegte seinen Kopf nachdenklich hin und her. „‚De omnibus dubitare‘ (48).“

‚Wie wahr‘, dachte Prost und konnte sich nicht verkneifen zu antworten, „‚dubium sapientiae initium‘ (49).“

„‚Jedes ausgesprochene Wort erregt den Gegensinn’ (50). Sie sind wohl die Verkörperung dieses Spruchs.“ Nach kurzem Schweigen fügt er noch hinzu, „sie fühlen sich also ungerecht behandelt Herr Dr. Prost?“

Der Ingenieur sah seinem Gegenüber in die Augen. „Ich fühle mich verarscht von Ihnen, Herr Büttelfor. Sie wissen, dass ihre Leute das Geld für die Abzüge in unserem Labor abgelehnt haben. Jetzt schießen sie mich an und das nicht einmal direkt, sondern über meinen neuen Chef, weil wir die TRK-Grenzwerte für V im Labor überschreiten. Können sich Sicherheitsleute eigentlich alles erlauben?“

Büttelfors Gesichtsausdruck wurde frostig. „Sie wissen schon, dass das vor meiner Zeit war. Selbstverständlich werden wir ihnen jetzt helfen, damit sie …“

„Entschuldigen Sie, dass ich sie unterbreche, aber diese Hilfe ist jetzt nicht mehr nötig. Im Zusammenhang mit dem Um- und Neubau der C-V-Anlage werden auch einige Maßnahmen zur Verbesserung des Umwelt- und des Gesundheitsschutzes realisiert. Dazu gehören natürlich auch neue Laborabzüge sowie eine völlig neue Entsorgung der Abgase und Reststoffe aus dem Labor.“

Büttelfor zwang sich zu einem Lächeln. „Das ist ja wunderbar. Aber was machen sie bis dahin?“

„Am 1.7. wird die gesamte Anlage abgestellt. Dann gibt es keine Emissionen mehr und bis dahin sind es nur noch sechs Wochen. Der gesamte Plan liegt ihrer Sicherheitsabteilung seit zwei Jahren vor.“

Büttelfor konnte nur noch mit Mühe seinen inneren Ärger verbergen. „Das weiß ich schon …“

‚Nichts hast du gewusst‘, dachte Prost,

„… wenn sie sich früher bei mir gemeldet hätten, dann hätte ich ihnen schon eher helfen können.“

Prost dachte, ‚hätte der Hund nicht geschissen’ und antwortete laut, „ja, das ist mein Fehler. Daran habe ich nicht gedacht, entschuldigen sie.“

Büttelfor, der sehr froh über diese unerwartete Wendung war, sagte geradezu aufgeräumt, „auf alle Fälle werde ich mich jetzt persönlich um den Umbau bei ihnen kümmern. Es soll keinerlei Abstriche bei Arbeitsschutz- und Sicherheitseinrichtungen in ihrer Anlage geben. Dafür verbürge ich mich.“

„Das freut mich sehr und ist auch beruhigend für uns alle im C-V-Geschäft, Herr Büttelfor.“

Der Sicherheitschef stand auf. „Es hat mich gefreut, einen so kompetenten Fachmann, kennengelernt zu haben, Dr. Prost. Richten Sie ihrer Belegschaft Grüße von mir aus.“

Prost war ebenfalls aufgestanden. „Danke für das Kompliment.“ Er grinste. „De omnibus dubitare.“ Und wieder ernst. „Die Grüße werde ich natürlich ausrichten.“

Büttelfor lachte wie befreit auf. „Manchmal ist es eben auch die Wahrheit. Ich denke, dass sie das wissen. Auf Wiedersehen.“

Prost hob noch einmal kurz die rechte Hand und verließ den Raum.

Die Sekretärin, die das befreiende Lachen ihres Chefs mit Freude registriert hatte, winkte Prost ebenfalls zu, als der schnellen Schrittes ihr Büro durchquerte.

  1. Juni 2002

„Das war ja ganz schön kühn von dir damals“, sagte Bauer, nachdem Prost seine Erzählung beendet hatte, und fuhr grinsend fort, „oder sollten wir an der Richtigkeit des Berichtes zweifeln?“

Gemurmel lief durch die Reihen der Zuhörer.

Prost zeigte lachend mit einer Hand auf Bauer. „So ist es richtig! Man muss zuerst alles anzweifeln und dann eben überlegen, ob es vielleicht doch richtig sein könnte oder nicht. Was meinst du, traust du mir das zu oder nicht?“

 

Sex im Dnjepr

Auszug aus dem 2. Band der Messwartengeschichten von Max Balladu
  1. September 1981

„Sie sind der Richtige, sie brauche ich auch. Kommen sie mit?“

Verblüfft sah der 40-jährige, bärtige Ingenieur Prost die kleine, hübsche Stewardess an. „Richtig wofür? – Aber natürlich folge ich einer so schönen Frau.“

Die junge Russin Natascha Romowa, die als Begleiterin auf dem Ausflugsschiff „Roter Oktober“ arbeitete, entsprach genau Prosts Vorstellungen von einer schönen Frau. Mittelgroß, schlank, aber mit ausgeprägten weiblichen Formen, ein ebenmäßiges, eher unauffälliges Gesicht mit klugen Augen und dunklen, halblangen Haaren. Ihre Stimme klang klar und verständlich. Sie sprach auch deutsch ohne übermäßige Betonungen und fast ohne Akzent. Ihr gesamtes Auftreten wirkte bescheiden, vertrauenerweckend und unwahrscheinlich sympathisch. Das unwahrscheinlich traf vielleicht nur für Prosts Empfindungen zu. Unter ihren Kolleginnen fiel sie auf den ersten Blick gar nicht auf, aber mit jedem weiteren Blick wurde sie dem Betrachter vertrauter, kam ihm näher und dann hob sie sich von den anderen immer mehr ab.

Prost, damals seit zwei Jahren geschieden, hatte als Lob für fleißige Arbeit im Spätsommer 1981 eine Dnjepr-Schiffsreise von der Leitung des LUNA-Werkes geschenkt bekommen. Mit ihm waren noch zehn weitere Kollegen aus seiner Direktion, einschließlich Direktor Tiefsee, an Bord. Gott sei Dank war das Schiff groß genug, sodass man sich nicht ständig über den Weg lief.

Die Reise neigte sich ihrem Ende zu, als Prost von der jungen Frau angesprochen worden war und ihr folgte. Natascha führte ihn in einen relativ großen Raum des Schiffes, in dem schon fünf andere Männer und eine weitere Stewardess auf sie warteten. Ein bisschen Eindruck musste der vollbärtige Prost wohl auch auf Natascha gemacht haben, denn als sie jetzt zu allen sprach, sah sie oft zu ihm hinüber, sodass Thomas erst gar nicht verstand, wovon sie redete.

Plötzlich lachten die anderen Männer laut auf.

Prost fragte seinen Nachbarn, „was ist los? Warum lacht ihr?“

„Na hast du nicht gehört? Wir sollen Schwanensee tanzen.“

Der Ingenieur begriff das nicht, aber jetzt hörte er aufmerksam zu.

Natascha erklärte: „Der Tanz der Prinzessin im Kreise der Schwäne im 4. Akt von Schwanensee soll eine kleine humorvolle Überraschung für ihre Kollegen am Abschlussabend in zwei Tagen sein. Sie machen da doch mit?“

Prost räusperte sich. „Sehe ich etwa aus wie ein Schwan?“

Die beiden Stewardessen kicherten. Einer der anderen Männer brummte, „nicht mehr oder weniger als wir.“

Prost versuchte es noch mal. „Außerdem kann ich kein bisschen tanzen.“

Wieder sagte der gleiche Mann, „na denkst du wir vielleicht?“

Natascha ging auf den Mann zu, der Prost geantwortet hatte und lächelte ihn bezaubernd an. „Sie sind die Prinzessin, sie müssen den sterben Schwan spielen. Sind sie einverstanden?“

Der Mann lächelte ebenfalls. „Nur, wenn das nicht in meine Kaderakte kommt.“

Das löste die Verklemmung auch bei Prost und den anderen. Sie stimmten in das Lachen mit ein und hörten sich nun gelassen an, was von ihnen erwartet wurde. Das Schönste an der ganzen Sache war, dass sie sich vor dem Auftritt noch viermal zum Üben treffen wollten und Natascha würde immer dabei sein. Die Männer staunten, wie einfach die Frauen den Tanz für sie gestalteten. Die Musik von Tschaikowski ging ins Ohr und sie mussten eigentlich nichts weiter machen, als im Rhythmus der Musik zu laufen, und dabei die Arme wie Flügel hoch und runter zu bewegen. Prost genoss das Zusammensein mit Natascha, auch wenn sie nie allein waren.

Vielleicht ging es ihr ähnlich?

Sollte er sie ansprechen?

Aber was sollte daraus werden?

In zwei Tagen würden sie wieder tausendfünfhundert Kilometer getrennt voneinander sein, Natascha in Moskau und Prost in Halle. In diese Gedanken versunken, stellte er plötzlich fest, dass er automatisch in Richtung der Kabine der Dolmetscherinnen gewandert war und stand nun vor deren Tür.

Ohne weiter zu überlegen klopfte er, öffnete und sah in dem Raum nur eine der insgesamt fünf Schiffsbegleiterinnen. „Entschuldigen sie, wo sind denn die anderen?“

Mit einem freundlichen Lächeln und ohne zu zögern, als ob sie schon auf ihn gewartet hätte, antwortete die junge Frau, „Natascha ist mit den anderen zur kleinen Bucht des Flusses gegangen.“

Sie winkte Thomas mit der Hand. „Kommen sie, ich zeige es ihnen.“ Sie ging, dem Mann immer noch zuwinkend, zum Fenster, das die Form eines Bullauges hatte, beugte sich mit dem Gesicht ganz dicht zur Glasscheibe und zeigte mit der Hand nach rechts, „sehen sie? Am Bug des Schiffes vorbei, etwa noch dreihundert Meter, auf der linken Seite,“, trat zur Seite damit nun der Mann dicht ans Fenster treten konnte.

Prost war verblüfft, weil die junge Frau sofort wusste, dass er nur zu Natascha wollte. Also mussten sie doch auch über ihn gesprochen haben? Er spürte ein leises Kribbeln in der Brust, bedankte sich bei der freundlichen Russin, verließ schnell den Raum, sprang über das Fallreep vom Schiff und eilte Fluss aufwärts. Der Mann erreichte die kleine Bucht am Dnjepr und sah die vier Frauen sich lebhaft unterhaltend am Ufer stehen. Als er auf den Kreis der Dolmetscherinnen zuschritt, zogen sich drei davon leise, fast unmerklich und trotzdem zügig von Natascha zurück.

Plötzlich war der Mann mit der Romowa allein.

„Das ist ja ein wunderbares Fleckchen hier.“ Prost lächelte die Frau an, wandte den Kopf zum Fluss und kehrte mit seinem Blick wieder zurück zu ihr.

Durch die kleine Ausbuchtung an dieser Stelle des Dnjepr war die Fließgeschwindigkeit des sonst mächtig strömenden Flusses sehr gering. Das sandige Ufer lief flach zum Wasser hin und wirkte glatt und fest. Hohes Buschwerk und einzelne Bäume rahmten die Bucht idyllisch ein. Etwas weiter Fluss aufwärts glaubte Prost so etwas wie eine Badeanstalt zu erkennen und sofort dachte er an baden.

„Fleckchen?“, fragte Natascha mit lachender Stimme, ihre braunen Augen schossen kleine Blitze auf den Mann, sie drehte sich zu ihm hin. „Du meinst eine schöne Stelle, ein guter Platz?“

Das Du traf Prost direkt in sein Herz und eine heiße Welle durchströmte seinen Körper. Er zeigte mit seiner rechten Hand über das Ufer zum Wasser. „Und ein einladender Ort zum Badengehen?“

Natascha zuckte mit den Schultern. „Aber wir haben doch nichts zum Abtrocknen, Thomas.“

„Das ist kein Problem.“

Er zog schnell sein Hemd aus, ließ es in den Sand fallen, streifte auch das Unterhemd ab und hielt es hoch. „Dann benutzen wir eben das hier, Natascha.“

Der Mann ließ auch die Hose fallen, lief nackt in Richtung Wasser und drehte sich kurz davor noch einmal um. „Komm Nascha! Es lebe die deutsch-sowjetische Freundschaft!“

Prost stürzte sich mit dem Kopf voran ins angenehm kühle Nass, schwamm ein paar Meter unter Wasser, tauchte wieder auf und sah erwartungsvoll zum Ufer. Doch da war niemand mehr zu sehen.

‚Schade’, dachte Prost ein wenig enttäuscht, aber in diesem Moment tauchte nur einen Meter neben ihm Natascha auf, fing sofort an ihn mit Wasser zu bespritzen und rief dabei, „moi Lebed (Schwan), mein lieber Lebed. – Wo bist du?“

Sie blickte suchend um sich, doch Prost war weggetaucht, um dem Angriff zu entgehen. Die junge Frau beobachtete immer noch aufmerksam den Fluß, als sie plötzlich von hinten mit Wasser überschüttet wurde. Sofort drehte sie sich um und spritzte mit beiden Händen zurück. Die zwei ackerten so engagiert, als ginge es darum ein Boot vom Wasser zu befreien, damit es nicht untergeht.

Plötzlich stießen sie aneinander. Ein heißer Schauer lief durch ihre Körper. Sie ergriffen sich bei den Händen, zogen einer den anderen zu sich heran, bis sich ihre nackten Körper berührten. Sie schlangen die Arme um ihre Leiber, drückten und liebkosten sich ohne Unterbrechung, bis sich ihre Münder fanden und dort verweilen. Während sie sich genussvoll aneinanderschmiegten, küssten sie sich vorsichtig, zärtlich, innig, stürmisch, leidenschaftlich …

Trotz des relativ kühlen Wassers, es konnten 16 oder 17 °C sein, merkte Prost, dass sein Glied steif geworden war. Auch Natascha spürte das, drückte sich noch fester an den Mann. Sie standen beide etwa bis zur Brust im Fluß. Niemand war in ihrer Nähe, obwohl sie das nun gar nicht mehr mitbekommen hätten. Sie hörten nicht auf sich zu küssen, drängten ihre Körper immer intensiver zusammen. Thomas fasste Natascha am Po, und während er sie langsam anhob, was im Wasser wunderbar leicht möglich war, spreizte sie ihre Schenkel und rutschte so an seinem Körper, den Mann auf ihrer Haut fühlend, höher und höher. Natascha ließ ihre rechte Hand ins Wasser gleiten und half dem Mann in sie einzudringen. Thomas ließ die Frau langsam wieder abwärtsrutschen und die beiden stöhnten auf vor Genuss. Zwischen den Küssen flüsterte sie ihm ihre Lust ins Ohr. „Ich fühle dich so tief in mir, mein Lebed, Liebster …“

„Noch nie habe ich eine Frau so gespürt wie dich Nascha, ich bleibe ewig …“

Sie drückten und küssten sich unablässig, doch plötzlich hob Thomas Natascha kurz an, die Vereinigung abrupt unterbrechend.

„Oh, schade“, stöhnte Natascha. Beide sahen zwischen sich auf der Wasseroberfläche kleine, grauweiße Inselchen auftauchten.

„Danke“, flüsterte Natascha, fuhr mit der rechten Hand wieder ins Wasser, griff den Man da, wo er es sich am meisten wünschte und flüsterte mit lüsterner Stimme, „komm wieder zu mir, ich will mehr von dir, komm, komm mein lieber Lebed.“

Prost hob die junge Frau wieder an und erneut vereinigten sich beide Körper.

Natascha stöhnte lustvoll. „Schön, das ist wunderschön, ich spüre dich noch mehr als vorher, du füllst mich vollkommen aus, mein Lebed, wir sind eins, eins, eins …“

Sie vergaßen vollkommen die Zeit, verloren jeden Bezug zur Gegenwart, und als es bei Prost zum zweiten Mal zum Erguss kam, hielt die Frau ihn fest und er blieb in ihr. So genossen beide sich innig umarmend und küssend diese gemeinsame Befriedigung.

Erst das leichte Frösteln der Romanowa brachte Prost in die Realität zurück und er flüsterte ihr ins Ohr, „wir müssen aus dem Wasser raus, Nascha, sonst erkältest du dich.“

Gleichzeitig hob er sie an. Die Verbindung zwischen beiden wurde unterbrochen. Das kalte Wasser ließ den Mann erschauern. Die Romowa seufzte. „Kühlt unsere Liebe jetzt auch ab, Thomas?“

Prost drückte sie an sich. „Unsere Seelen brennen weiter.“

Gemeinsam gingen sie aus dem Wasser und trockneten sich gegenseitig mit dem Unterhemd ab.

Lächelnd sah Prost die schöne Frau an: „‚Himmelhoch jauchzend zum Tode betrübt …‘“

Das traurige Gesicht der Romanowa überzog ein leises Lächeln. „‚Glücklich allein ist die Seele, die liebt.‘“

Nach kurzer Pause sah sie den Mann an. „Kennst du es von Anfang an, Thomas?“

Prost nickte lächelnd, und während sie sich weiter anzogen, rezitierten beide gemeinsam:

„‚Freudvoll
Und leidvoll, 
Gedankenvoll sein, 
Langen 
Und bangen
In schwebender Pein, 
Himmelhoch jauchzend, 
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein 
Ist die Seele, die liebt‘ (Goethe, Egmont).“

Die Musik des Balletts Schwanensee erklang aus den Lautsprechern auf dem Deck der „Roten Oktober“ und sofort verstummten die Gespräche der achthundert Gäste. Als dann aus dem Unterdeck die als Schwäne verkleideten Männer auftauchten, stieg tosendes Gejohle zum Himmel.

Die Männer waren nur mit einer Badehose bekleidet, über der sie ein weißes, wuscheliges kurzes Schwanenröckchen trugen. Die Oberkörper waren nackt und die Köpfe schmückte ein weißes Stirnband. Nur bei dem Mann, der die Prinzessin, also den sterbenden Schwan darstellte, waren Röckchen und Stirnband rosa gefärbt. Trotz der vielen Menschen sah Prost im vorbeitanzen in der Menge Tiefsees grinsendes Gesicht und stellte sich vor, was seine Leute aus der C-V-Anlage wohl machen würden, wenn sie ihn so sehen könnten.

Von Natascha sah und hörte Thomas nichts mehr.