Buchtipp 66: Karl Olsberg, ‚Mirror‘

Rezension zum 2016 erschienenen Roman von Karl Olsberg, ‚Mirror‘

Inhalt:

Dein Mirror kennt dich besser als du selbst.

Er tut alles, um dich glücklich zu machen.

Ob du willst oder nicht.

Wie digitale Spiegelbilder wissen Mirrors stets, was ihre Besitzer wollen, fühlen, brauchen. Sie steuern subtil das Verhalten der Menschen und sorgen dafür, dass jeder sich wohlfühlt. Als die Journalistin Freya bemerkt, dass sich ihr Mirror merkwürdig verhält, beginnt sie sich zu fragen, welche Macht diese Geräte haben. Dann lernt sie den autistischen Andy kennen und entdeckt, dass sich die Mirrors immer mehr in das Leben ihrer Besitzer einmischen – auch gegen deren Willen. Als sie mit ihrem Wissen an die Öffentlichkeit geht, hat das unabsehbare Folgen …

Autor:

Karl Olsberg promovierte über Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Er war Unternehmensberater, Marketingdirektor eines TV-Senders, Geschäftsführer und erfolgreicher Gründer mehrerer Start-ups. Heute arbeitet er als Schriftsteller und Unternehmer und lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Kritik: Von Natur aus Optimist?

Wenn man als Durchschnittsmensch auch mit der Entwicklung der Technik, insbesondere mit der, der Kommunikation, mithalten will, dann lohnt es sich doppelt, dieses Buch von Olsberg zu lesen. Die unterhaltsame und spannende Story ermöglicht es dem Autor die modernsten Kommunikationsmöglichkeiten und deren positive als auch vielleicht noch gravierender, deren negative Auswirkungen auf den Menschen bildlich darzustellen.

Eine Journalistin als Hauptperson kann uns die Möglichkeiten zeigen, wie auch heute noch unangenehme Wahrheiten veröffentlicht werden können, allerdings verbunden mit der akuten Gefahr in den sozialen Netzwerken verrissen, verunglimpft und sogar auf primitivste Weise beschimpft zu werden, weil insbesondere die mit der neuen Technik verbundenen Möglichkeiten der Wahrheitsgegner alles Negative öffentlich machen können. Schon das kann dem Autor arg zu schaffen machen. Wenn jedoch diese Kräfte konzentriert durch eine Hand gesteuert werden, können diese für den Autor tödlich wirken.

Facebook lieferte dem Autor Olsberg hierfür offensichtlich viele gute Beispiele.

Das Buch ist eine Warnung, mit dickem Ausrufungszeichen, vor der Verwendung unausgereifter, vielleicht auch fragwürdiger Technik. Der extra Hinweis auf die außerordentliche Gefahr für die Menschheit bei der Verwendung dieser Technik durch das Militär ist zwar nur im Epilog enthalten, aber dort sehr deutlich formuliert und in diesem Falle gar nicht optimistisch, aber dadurch umso nachhaltiger auf den Leser wirkend.

Bewertung:

  1. Inhalt, Story (Faktor 1): Der Rahmen einer spannenden Geschichte ermöglicht es dem Autor fesselnd und unterhaltend, die Möglichkeiten der derzeitigen, und noch vielmehr der zukünftig zu erwartenden Kommunikationsmöglichkeiten zu durchleuchten und hilft den normalen Konsumenten dieser Technik diese auch zu verstehen.

Bewertung: 4

  1. Der Sachverhalt (Faktor 1): Die Möglichkeiten einer Journalistin unangenehme Wahrheiten zu veröffentlichen und die wütende Reaktion der Andersdenkenden danach.

Bewertung: 3

  1. Der Stil (Faktor 1) ist sehr gut, das Buch ist spannend und läßt sich ausgezeichnet lesen.

Bewertung: 4

  1. Recherchen (Faktor 0,5): sind hervorragend, weil der Autor sich offensichtlich gut in dem Metier auskennt.

Bewertung: 5

  1. Die Handlungsorte (Faktor 0,5) sind glaubhaft beschrieben.

Bewertung: 3

  1. Kritische Aspekte zur existierenden Realität, zur Politik, zum Leben der Menschen und Hinweise zum Bessermachen (Faktor 1): Das Buch ist eine Warnung mit dickem Ausrufungszeichen vor der Verwendung unausgereifter, vielleicht auch fragwürdiger Technik. Mit einem extra Hinweis auf die außerordentliche Gefahr für die Menschheit bei der Verwendung dieser Entwicklungen durch das Militär.

Bewertung: 4

Summe der Bewertung: 4