Buchtipp 40:Isabel Bogdan, Der Pfau

Buchtipp

zum 2016 erschienenen Roman ‚Der Pfau‘ von Isabel Bogdan.

Inhalt:

Ein charmant heruntergekommener Landsitz, auf dem ein Pfau verrücktspielt, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine ambitionierte Psychologin, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, eine patente Köchin, Lord und Lady McIntosh, die alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – da weiß bald niemand mehr, was eigentlich passiert ist.

Kritik: Eine einfache Geschichte.

Unaufgeregt und unspektakulär erzählt und doch nicht langweilig. Die Story ist, trotz nicht besonders aufregender Handlung, sehr gut zu lesen. Ich war erstaunt, dass ich mit Lust immer weiterlesen konnte, obwohl ich sehr bald merkte, dass keine großen Abenteurer zu erwarten sein würden. Die Autorin weiß offensichtlich wovon sie schreibt, denn sie hat sowohl die Personen als auch die spezielle Situation sehr anschaulich beschrieben. Sie hat sehr gut analysiert, kritisiert und Veränderungen im Team deutlich gemacht. Ich finde es bedauerlich, dass heute immer mehr Autoren ihre Werke in der, zurzeit wohl modernen, Schreibweise verfassen, in der die direkte Rede scheinbar verpönt ist. Aber vielleicht ist das auch nur ein individueller, subjektiver Eindruck meinerseits.

Schade fand ich auch, dass das Finale etwas zu lang geriet und die Pointe, aus meiner Sicht, verpuffte. Vielleicht hätte die Autorin den Konflikt noch am Schulungsort aufklären sollen? Die sympathischen und doch in den wenigen Tagen als gutes Team zusammengerückten Menschen, ebenso die Gastgeber, wären sicher sehr unterschiedlich, bestimmt auch humorvoll und nicht nachtragend mit dieser Situation umgegangen.

Bewertung:

  1. Inhalt, Story (Faktor 1): Training für die Arbeit im gewohnten Team an einem anderen Ort – eine einfache Geschichte. Das Finale bleibt blass.

Bewertung: 3

  1. Der Sachverhalt (Faktor 1): unaufgeregt, unspektakulär und doch nicht langweilig.

Bewertung: 4

  1. Der Stil (Faktor 1) ist teilweise humorvoll, insgesamt sehr gut und deshalb ist die Story, trotz nicht besonders aufregender Handlung, sehr gut zu lesen. Leider in der immer häufiger vorkommenden Schreibweise verfasst, in der es keine direkte Rede gibt.

Bewertung: 4

  1. Recherchen (Faktor 0,5) sind nachvollziehbar. Sie sind insgesamt auch glaubhaft.

Bewertung: 4

  1. Der Handlungsort (Faktor 0,5) ist für die einfache Geschichte sehr gut beschrieben.

Bewertung: 5

  1. Kritische Aspekte zur existierenden Realität, zur Politik, zum Leben der Menschen und Hinweise zum Bessermachen (Faktor 1): Die Menschen wurden hervorragend charakterisiert und ihr Verhalten erzählend analysiert, kritisiert und Veränderungen deutlich gemacht. Die Autorin hat ihre sich selbst gestellte Aufgabe, wie ich sie verstanden habe, hundertprozentig erfüllt.

Bewertung: 5

Summe der Bewertung: 4