Buchtipp 10: Nochmal J. Archer ‚Das letzte Plädoyer‘

‚Das letzte Plädoyer‘ von Jeffrey Archer

Inhalt:

Wenn der junge Handwerker Danny Cartwright seiner Beth den Antrag nur einen Tag früher oder später gemacht hätte, wäre er nicht verhaftet und wegen Mordes an seinem besten Freund angeklagt worden. Und wenn die vier Zeugen der Anklage ein Rechtsanwalt, ein Schauspieler, ein Aristokrat und ein Unternehmer sind, wer wird dann wohl Dannys Version der Geschichte glauben? Die Justiz kennt kein Erbarmen: Danny wird zu 22 Jahren Haft im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh Prison verurteilt, aus dem noch nie jemand entkommen ist. Aber die vier Zeugen gegen Danny unterschätzen allesamt dessen Entschlossenheit zur Rache. Mit Freunden, die er im Gefängnis kennengelernt hat, kämpft er für Gerechtigkeit.

Kritik: Dumas läßt grüßen!

Es ist sehr bedrückend, die ersten Seiten zu lesen, denn obwohl man ja weiß, dass der Angeklagte unschuldig ist, steht dennoch fest, dass bei derartigen Zeugenaussagen das Urteil des Gerichts eindeutig sein wird. Doch genau da, wo man es am wenigsten erwartet, im Gefängnis, beginnt die Wende in dieser, für den Verurteilten, aussichtslosen Geschichte.

In diesem Fall ist es gut zu wissen, dass Archer nicht zu den Autoren gehört, die das Grausame, Sadistische, Böse, Hinterhältige, Betrügerische, Verräterische in den Mittelpunkt zerren, sondern er stellt den mehr oder weniger erfolgreichen Kampf, der in Freundschaft und Treue verbundenen Menschen, für Wahrheit, Aufrichtigkeit, von Klassenzugehörigkeit unabhängige, zwischenmenschliche Hilfe und Treue, gegen die realen Mächte des Bösen dar. Das klingt und ist natürlich etwas märchenhaft, ein Vergleich zum Grafen von Monte Christo von Dumas drängt sich auf, aber es macht dennoch Spaß die Geschichte zu lesen. Außerdem stärkt es auch eine positive Lebensphilosophie.

Wie immer schreibt Archer flüssig, interessant und unterhaltsam.

Bewertung:

  1. Inhalt, Story (Faktor 1): Eine spannende Gerichtsstory, deren Handlung ein wenig märchenhaft erscheint, aber doch nachvollziehbar ist.

Bewertung: 3

  1. Der Sachverhalt (Faktor 1): inwieweit die Gegebenheiten der Realität entsprechen, kann man schwer überprüfen, aber die Rechtssituation ist vorstellbar und das gilt ebenso für die handelnden Personen.

Bewertung: 3

  1. Der Stil (Faktor 1) ist flüssig, niemals

Bewertung: 4

  1. Recherchen (Faktor 0,5) überzeugen und rufen nur geringen Widerspruch beim Leser hervor.

Bewertung: 3

  1. Die Handlungsorte (Faktor 0,5) sind glaubhaft beschrieben.

Bewertung: 3

  1. Kritische Aspekte zur existierenden Realität, zur Politik, zum Leben der Menschen und Hinweise zum Bessermachen (Faktor 1): Dafür sind viele gute Ansätze vorhanden, aber die Gesellschaftskritik hätte streckenweise etwas deftiger ausfallen können.

Bewertung: 2

Summe der Bewertung: 3